Das ABC der Gedanken und Gefühle – 05 Die Macht der Gefühle erkennen

Die meisten Menschen glauben, dass ihre Gefühle ausgelöst werden von anderen Menschen oder anderen Situationen. Demnach sind andere Menschen oder Situationen dafür verantwortlich, wie stark unsere Gefühle in uns aufwallen, negative wie auch positive, unangenehme sowie schöne.
Gefühle wie Ärger und Wut, Traurigkeit, Abneigung, Freude und Zuneigung entstehen für Sie aufgrund von Begebenheiten und Situation oder weil andere Menschen dies in ihnen auslösen.

Gefühle werden von anderen Menschen oder Situationen ausgelöst?!?

So ist der Radfahrer, der uns auf der falschen Straßenseite entgegenkommt, Schuld an unserem Ärger. Der Mitarbeiter ist Schuld an unserem Ärger, weil er partout nicht verstehen will, was wir von ihm wollen. Unsere Kinder sind schuld an unserer Hilflosigkeit, weil sie ihr Zimmer nicht aufgeräumt haben, der Müll nicht runter gebracht wurde oder die Zensuren schlecht sind. Gleiches gilt für unsere Beziehungen. Unser Partner ist schuld daran, wenn wir nicht mehr so viel Zeit miteinander verbringen oder  wir uns immer und immer wieder über die gleichen Dinge streiten.

„Wenn sich die anderen doch bloß ändern würden, dann, dann ginge es mir besser!“

Und damit es uns besser geht, arbeiten wir tagtäglich hart daran die Auslöser, die Situationen und die anderen Menschen zu verändern, mit dem Ziel solche Gefühle wie Ärger, Trauer und Wut nicht mehr fühlen zu müssen oder Freude und Zuneigung besonders oft fühlen zu können. Mit viel Energie versuchen wir unseren Partner zu ändern, dass er so ist, wie wir es wollen. Dann wird alles gut.

Gleiches tun wir natürlich mit unseren Kindern, die artig, ordentlich und gewissenhaft ihre Arbeiten zu Hause und in der Schule vollbringen sollen. Wir versuchen unsere Mitarbeiter zu manipulieren und wir schimpfen im Straßenverkehr, damit der andere lernt, wie er sich zu verhalten hat.

Ebenfalls versuchen wir die schönen Gefühle wie Freude und Zuneigung immer und immer wieder hervorzurufen. Wir suchen uns Situationen, in denen wir meinen, besonders viel Freude und Spaß bekommen zu können. Wir gehen in Freizeitparks. Wir wollen schnelle Autos fahren. Wir schauen viel Fernsehen. Wir wollen immer höher hinaus und fliegen weit weg. Alles um dieses Gefühl wieder und wieder zu fühlen, dieses Hochgefühl, das Kribbeln… .

Entspricht es der Realität, dass andere Menschen oder Situationen verantwortlich sind für unsere Gefühle?

Nein, es entspricht nicht der Realität.

Wieso, wird der eine oder andere nun fragen.

Wenn es wirklich so wäre, das andere Menschen oder Situationen dafür verantwortlich sind, wie wir uns fühlen, dann müsste doch jeder in diesen Situationen gleich fühlen. Tun wir dies?

Nein. Jeder einzelne Mensch sieht diese Situationen anders und bewertet sie auch anders.

Dass es verschiedene Gefühle gibt, habt Ihr gerade bemerkt. Einige davon habe ich schon aufgezählt. Um in unserem ABC Protokoll die Gefühle benennen zu können, ist es wichtig Ihnen einen Namen zu geben. Ein Klient sagt einmal zu mir, dass er gar nicht weiß, wie er dieses Gefühl gerade beschreiben oder auch benennen soll. Um sich unserer Gefühle bewusst zu machen, ist es also wichtig zu wissen, welche Gefühle es gibt. Wir geben ihnen Namen, damit wir ungefähr ein und dieselben Sache sprechen .

Die neun großen Gefühle

In der Psychologie wurden die Gefühle in große Gruppen eingeteilt. Harlich H. Stavemann ein deutscher Diplom-Psychologe hat die Gefühle in neun Gruppen eingeteilt. Jedes dieser Gefühle hat viele andere Synonyme, die unterschiedlich in Regionen, Religionen und zwischen den Menschen sind. Ich habe euch diese großen Gefühlsgruppen hier einmal als aufgezeichnet.

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Gefühlsstern

Jedes Gefühl kann sich in seiner Energie steigern. Das bedeutet, dass ich anfangs ein wenig Unmut verspüre, der sich zum Ärger ausbreitet und in einer starken Wut und Aggression enden kann. Somit kann ich das Gefühl Ärger in einer Stärke von 0 bis 10 benennen. Diese Steigerung der Energie gibt es ebenso bei Freude, Zuneigung, Abneigung, Angst, Trauer und Scham.

Bei unserem Gefühl der Niedergeschlagenheit, wie wir es oftmals beim Grübeln und in depressiven Phasen sehen, nimmt die Energie ab. Das bedeutet, dass diese Menschen zu Anfang ihrer Niedergeschlagenheit, während sie beginnen ein wenig mehr über unangenehme negative Dinge nachzudenken, noch einen hohen Energiespiegel besitzen. Je weiter sie dann ins Grübeln und in die Depression rutschen desto mehr verlieren sie diese Energie.

In der Mitte des Sterns findet ihr das Gefühl Gleichgültigkeit. Das Gefühl der Gleichgültigkeit ist hier nicht negativ oder positiv besetzt, sondern ein Gefühl ohne Gefühl und ohne Energie.

Die Gleichgültigkeit ist ein neutrales Grundgefühl, ein friedliches Grundgefühl. Ziel während jeder Angst, jeden Ärgers, jede Trauer ist in ein friedliches Grundgefühl zu gelangen.

Wir spüren es im ganzen Körper

Diese Bewertungen spüren wir nicht nur als Gefühl, sondern auch als Reaktion in unserem gesamten Körper und dann richten wir unser Verhalten danach aus. Wenn wir verärgert oder wütend sind, wenn wir Angst haben oder traurig sind, kann es zu Herzklopfen oder Herzrasen kommen. Wir können den Eindruck haben, keine Luft zu bekommen oder die Brust wird eng, als ob jemand darauf sitzen würde.  Wir ziehen die Schultern hoch und den Kopf ein und verspannen so Schulter und Nackenmuskeln oder wir beißen die Zähne kräftig aufeinander. Wir bemerken also im Körper diese Gefühle als Reaktion genauso wie wir sie auch spüren.

Unsere starken Gefühle treiben uns zum Handeln

Wie ihr erfahren habt und auch selbst schon oft genug erlebt, sind Gefühle sehr mächtig. Dies ist der Grund, wieso wir sie als so wahr ansehen. Angst ist so erschütternd, dass wir voll davon überzeugt sind, dass diese Bedrohung tatsächlich existiert, dass etwas Schlimmes passiert oder dass wir alles verlieren, dass uns keiner mehr mag und dann verstecken wir uns, damit nichts Schlimmes passiert.

Den gleichen Effekt hat es auch mit einer starken Freude, wenn wir etwas geschafft haben zum Beispiel einen Berg zu erklimmen und dann übernimmt uns diese Freude und weil es sich soooo gut anfühlt, ist es wahr und die Realität und dann wollen wir es immer und immer wieder haben.

Und dann passiert es, dass diese Gefühle uns zum Handeln bewegen. Hier im Beispiel einmal weglaufen und einmal weiter machen. Dies ist uns oftmals nicht bewusst. Hier ist unser TROLL vortrefflich und geschickt am Werk. Er verändert durch die Stärke der Gefühle unsere Wahrnehmung auf das Hier und Jetzt. Wir werden unbewusst und glauben unseren Gefühlen und handeln danach.

In meinem Video erfahrt Ihr:

  • was das AC Modell ist,
  • welche Konsequenzen ausgelöst werden,
  • was das C des ABC Modells ist,
  • was  Gefühle sind und wie sie eingeteilt werden,
  • was  Körperreaktionen bedeutet und wie vielseitig sie ausfallen können
  • wie wir dann automatisch handeln.

Um das Video zu starten, klicken Sie auf das weiße Dreieck in dem Vorschaubild.

Machen wir uns den Ablauf von Situationen, Gedanken und Gefühlen bewußt

Unser ABC Protokoll dient dazu unsere Aufmerksamkeit auf die geschilderten Zusammenhänge zu lenken und ein Bewusstsein zu entwickeln, was in uns gerade passiert, wie alles miteinander zusammenhängt und aufeinander abgestimmt ist. Es bietet uns dann die Möglichkeit einzuschreiten und an verschiedenen Stellen Veränderungen vorzunehmen, die uns unserem Ziel auf dem Neuen Wege näher bringen.

Probiert es doch gleich mal aus. Hier könnt Ihr Eurer C des ABC Protokolls näher beleuchten. Welche Gefühle kennt Ihr, wie reagiert Euer Körper und was macht Ihr dann?

Sucht Synonyme für die 9 großen Gefühle, die eher zu euch passen.

Mit Eurer neuen Bewusstheit habt Ihr nun die Möglichkeit, mit dem X Prozess Entspannung herbeizuführen und negative Gedanken und Gefühle abzubauen, um dann eine unabhängig von Gefühlen gesteuerte Handlung zu entscheiden. Eure Gedanken könnt Ihr mit den 4 Fragen von Byran Katie hinterfragen und umwandeln.

Ihr habt nun selbst Werkzeuge in der Hand, um eigenständig Euren  Neuen Weg zu beschreiten.

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Ich wünsche Euch alles Gute auf Eurem Neuen Weg. Bleibt dran, denn Ihr wisst ja „Von Nichts kommt Nichts“ und ich kann Euch sagen, es lohnt sich.

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Herzlichst

Eure Sandra Gensicke

Heilpraktikerin für Psychotherapie,ausgebildet in der praktischen integrativen kognitiven Verhaltenstherapie bei Franziska  und Uwe Luschas

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